ChatGPT, Claude, Claude Code, Codex: vier Namen, zwei Anbieter und die Frage, wofür du eigentlich bezahlen sollst. Dieser Vergleich ordnet die vier Werkzeuge ein, zeigt, was sie kosten, und endet mit einer klaren Empfehlung für den Start. Alle Preise stammen von den offiziellen Seiten der Anbieter und gelten bei monatlicher Zahlung (Stand: September 2026).
Chat-Assistent oder Agent – was ist der Unterschied?
Ein Chat-Assistent antwortet dir im Gespräch, ein Agent erledigt eine Aufgabe selbst: Er öffnet Dateien, bearbeitet sie und arbeitet mehrere Schritte hintereinander ab. ChatGPT und Claude benutzt du im Browser oder in der App wie ein Gespräch. Du gibst Text oder Dateien hinein und bekommst Text, ein Bild oder eine Datei zurück. Claude Code und Codex bekommen dagegen einen Ordner auf deinem Rechner, lesen dort deine Regeln aus einer Anweisungsdatei und legen Ergebnisse selbst ab.
Ausführlich erklärt das der Artikel Was ist ein KI-Agent?. Für diesen Vergleich reicht eine Faustregel: Mit einem Chat-Assistenten löst du einzelne Aufgaben. Mit einem Agenten baust du Abläufe, die du immer wieder nutzt.
Die Grenze verschwimmt allerdings. In ChatGPT gibt es im Web und in der Desktop-App neben dem normalen Chat den Modus Work, der eine größere Aufgabe bis zu einem fertigen Ergebnis abarbeitet. Die Claude-Desktop-App hat neben Chat und Code den Bereich Cowork, der laut Anthropic auf derselben Agenten-Technik wie Claude Code aufbaut, nur ohne Terminal (Stand: September 2026). Schau deshalb weniger auf Markennamen als auf eine Frage: Antwortet das Tool nur, oder darf es in deinen Dateien arbeiten?
Wofür ist ChatGPT stark?
ChatGPT ist der Allrounder für den Alltag: Fragen klären, Texte entwerfen und überarbeiten, Ideen sammeln, Bilder erstellen. Zum Kennenlernen und um das Prompten zu üben, reicht die kostenlose Version.
Diese Funktionen lohnen sich besonders:
- Individuelle Hinweise: In den Einstellungen hinterlegst du einmal, wer du bist und wie ChatGPT antworten soll. Dann musst du dich nicht in jedem Chat neu vorstellen.
- Projekte: Chats und Dateien zu einem Thema liegen an einem Ort, und jeder Chat im Projekt greift auf dieselben Unterlagen zu.
- Eigene GPTs: eine spezialisierte Version von ChatGPT mit festen Anweisungen und eigenem Wissen, zum Beispiel für Antwortentwürfe auf Kundenmails. OpenAI stellt sie laut eigener Doku schrittweise auf Plugins um.
- Dateien erstellen: ChatGPT erstellt Dokumente, Tabellen, Präsentationen und PDFs, die du dir direkt ansiehst und gezielt überarbeiten lässt (Stand: September 2026).
- Bilder: ChatGPT erstellt und bearbeitet Bilder, auch auf Basis von Fotos, die du hochlädst.
Welche Funktion in welchem Plan wie oft verfügbar ist, ändert sich regelmäßig. Prüf das vor dem Kauf beim Anbieter.
Egal ob ChatGPT oder Claude: Ein guter Chat-Prompt hat vier Teile, nämlich Rolle, Aufgabe, Kontext und Format. So sieht das aus:
Rolle: Du bist Texterin.
Aufgabe: Schreib einen
LinkedIn-Post über KI im
B2B-Marketing.
Kontext: Zielgruppe sind
Marketing-Leute in KMUs.
Format: höchstens 200 Wörter,
sachlich, ohne Emojis.
Für Aufträge an einen Agenten kommen Grenzen und eine Prüfung dazu, mehr dazu in Was ist ein KI-Agent?.
Die Grenze im normalen Chat: ChatGPT kennt nur, was im Gespräch steht. Wiederkehrende Abläufe stößt du jedes Mal neu an, und das Ergebnis bringst du selbst an seinen Platz.
Wofür ist Claude (claude.ai) stark?
Claude ist der Chat-Assistent von Anthropic und deckt im Alltag dasselbe ab wie ChatGPT: Fragen beantworten, Texte schreiben und überarbeiten, Dokumente zusammenfassen, im Web suchen. Claude passt gut, wenn du mit eigenen Unterlagen arbeitest: Projekte, Artefakte und das Erstellen von Dateien sind schon im kostenlosen Plan enthalten (Stand: September 2026). Projekte bietet ChatGPT allerdings auch kostenlos.
- Projekte: eigene Arbeitsbereiche mit eigenem Chatverlauf, hochgeladenen Dokumenten und Anweisungen pro Projekt. Im kostenlosen Plan sind bis zu fünf Projekte möglich.
- Artefakte: Längere Ergebnisse wie Texte, Tabellen oder kleine interaktive Anwendungen erscheinen in einem eigenen Fenster neben dem Chat und lassen sich dort weiter überarbeiten.
- Grundausstattung: Laut Preisseite enthält schon der kostenlose Plan Websuche, das Erstellen von Dateien, ein Gedächtnis, Skills und Konnektoren zu anderen Diensten.
Bilder im Sinne von Fotos oder Illustrationen erzeugt Claude laut Hilfe-Center nicht. Diagramme, Grafiken und interaktive Darstellungen kann es dagegen direkt im Chat bauen (Stand: September 2026). Wenn Bildgenerierung für dich im Vordergrund steht, ist ChatGPT die naheliegendere Wahl.
Mit dem bezahlten Plan Claude Pro bekommst du mehr Nutzung, den Bereich Cowork und Claude Code. Claude und Claude Code sind also kein getrenntes Produkt, für das du extra zahlst, sondern zwei Arten, dasselbe Abo zu nutzen.
Wann lohnt sich der Schritt zu Claude Code?
Der Schritt zu Claude Code lohnt sich, sobald du dieselben Aufgaben immer wieder erledigst und dein Wissen in Dateien liegt, die der Agent selbst lesen und bearbeiten soll. Wer nur ab und zu eine Frage stellt, braucht keinen Agenten.
Typische Anzeichen, dass du so weit bist:
- Du kopierst jede Woche dieselben Notizen in den Chat und erklärst jedes Mal von vorn, wie du schreibst.
- Deine Ergebnisse sollen als Dateien in deinen Ordnern landen, nicht in einem Chatverlauf.
- Du willst Regeln festlegen, die dauerhaft gelten und die du selbst einsehen und ändern kannst.
Genau das macht Claude Code: Es arbeitet in einem Ordner, den du auswählst, liest zu Beginn jeder Sitzung deine Anweisungsdatei CLAUDE.md und führt wiederkehrende Abläufe als Skills aus. Claude Code ist in allen bezahlten Claude-Plänen enthalten, im kostenlosen nicht. Claude Pro kostet 20 US-Dollar im Monat oder 17 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, der größere Plan Max beginnt bei 100 US-Dollar (Stand: September 2026). Claude Code teilt sich die Nutzungsgrenzen mit dem Rest deines Abos, also auch mit dem normalen Chat.
Du brauchst dafür kein Terminal. Laut offizieller Dokumentation läuft Claude Code in der Claude-Desktop-App, als Erweiterung für VS Code, im Terminal und im Browser (Stand: September 2026). Ich baue damit Websites und Apps in VS Code, ohne selbst zu programmieren. Für deinen Start ist die Desktop-App der einfachere Weg. Wie deine erste Stunde aussieht, zeigt Claude Code für Einsteiger.
Was kann Codex, die OpenAI-Variante?
Codex ist der KI-Agent von OpenAI und funktioniert im Prinzip wie Claude Code: Er arbeitet in einem Ordner auf deinem Rechner, liest seine Anweisungen aus einer Datei namens AGENTS.md und kann Skills ausführen. Der Unterschied liegt vor allem im Abo, über das du ihn nutzt.
Codex ist in allen ChatGPT-Plänen enthalten (bei Free und Go schrittweise freigeschaltet), aber in sehr unterschiedlichem Umfang (Stand: September 2026):
- Free (0 US-Dollar): laut OpenAI zum Ausprobieren von Codex bei kurzen Programmieraufgaben.
- Go (8 US-Dollar im Monat): Codex für leichte Programmieraufgaben.
- Plus (20 US-Dollar im Monat): laut OpenAI genug für ein paar konzentrierte Programmier-Sitzungen pro Woche.
- Pro (ab 100 US-Dollar im Monat): das Fünf- oder Zwanzigfache der Codex-Nutzung von Plus.
OpenAI misst die Kontingente also in Programmierarbeit. Für Texte, Notizen und Recherche in deinem Ordner gelten dieselben Grenzen. Codex läuft in der ChatGPT-Desktop-App, wo du im Auswahlmenü Codex wählst – laut OpenAI in allen Plänen, bei Free und Go allerdings nur mit einem sparsameren Modell und schrittweise freigeschaltet. Ab Plus kommt Codex auch im Web, als Kommandozeilen-Programm, als Editor-Erweiterung und in der iOS-App dazu (Stand: September 2026). Der Modus Work in ChatGPT und Codex teilen sich laut OpenAI dieselben Nutzungsgrenzen.
Wie du Codex Schritt für Schritt einrichtest, steht in KI-Assistent einrichten ohne Code. Die Anleitung deckt Claude Code und Codex parallel ab.
Wie schneiden die vier Tools im direkten Vergleich ab?
ChatGPT und Claude sind kostenlos nutzbar und sofort bedienbar, Claude Code und Codex brauchen für regelmäßige Arbeit ein bezahltes Abo für rund 20 € im Monat und rund eine Stunde Einrichtung, arbeiten dafür aber selbstständig in deinen Dateien. Die Übersicht:
| Tool | Art | Einstiegshürde | Kosten (Stand 09/2026) | Stark bei |
|---|---|---|---|---|
| ChatGPT | Chat-Assistent | niedrig | Free 0 $, Go 8 $, Plus 20 $ | Alltag, Bilder, Ideen |
| Claude | Chat-Assistent | niedrig | Free 0 $, Pro 20 $ | Texte, eigene Unterlagen |
| Claude Code | KI-Agent | mittel | ab Pro 20 $ | Abläufe in deinen Ordnern |
| Codex | KI-Agent | mittel | Free 0 $, Go 8 $, Plus 20 $ | Abläufe in deinen Ordnern |
Alle Preise in US-Dollar pro Monat bei monatlicher Zahlung. Was du in Euro zahlst, hängt von Steuern und Wechselkurs ab, beim Standard-Abo sind das rund 20 € im Monat.
Die wichtigste Zeile steht nicht in der Tabelle: Claude Code und Codex sind sich ähnlicher als ChatGPT und Codex. Beide Agenten arbeiten mit Ordnern, einer Anweisungsdatei und Skills. ChatGPT und Codex verbindet vor allem das gemeinsame Abo.
Welche Kombination empfehle ich Einsteigern?
Ein Abo reicht zum Start. Du brauchst nicht ChatGPT Plus und Claude Pro gleichzeitig, denn in jedem der beiden Standard-Abos stecken ein Chat-Assistent und ein Agent. Für die Wahl gilt eine einfache Regel:
- Du hast schon ChatGPT Plus oder Pro? Nimm Codex. Dein Abo deckt es ab.
- Du hast schon Claude Pro oder Max? Nimm Claude Code. Dein Abo deckt es ab.
- Du hast noch keins von beiden? Für den Einstieg sind beide gleichwertig. Nimm den Anbieter, der dir sympathischer ist, und probier vorher die kostenlose Chat-Version beider Anbieter aus.
ChatGPT Go ist mit 8 US-Dollar im Monat der günstigste bezahlte Einstieg in Codex. Dort läuft Codex laut OpenAI nur in der Desktop-App und mit einem sparsameren Modell. Für einen persönlichen Assistenten, mit dem du regelmäßig arbeitest, ist Codex laut OpenAI dort aber nur für leichte Aufgaben gedacht. Wenn du den Agenten ernsthaft nutzen willst, ist Plus der realistische Startpunkt.
Die Entscheidung ist auch nicht endgültig. Ordner und Anweisungsdateien sind einfache Textdateien, ein späterer Wechsel geht ohne Neuanfang.
Ich arbeite selbst mit einem Claude-Abo, ChatGPT nutze ich in der kostenlosen Version. Ein zweites Abo lohnt sich erst, wenn du einen konkreten Grund hast, etwa weil du regelmäßig an Nutzungsgrenzen stößt oder eine Funktion brauchst, die nur der andere Anbieter hat.
Wenn du den Aufbau nicht selbst zusammensuchen willst, nimmst du den fertigen Setup-Ordner aus dem TASK AI OS Bundle: Er läuft in Claude Code und Codex gleichermaßen und bringt 11 Skills mit, dazu kommen 5 Kurse und ein 33-seitiger Einstieg-Guide. Voraussetzung ist ein bezahltes Abo für rund 20 € im Monat.