Dieser Artikel ist ein Zeitplan zum Mitmachen. Was ein KI-Agent überhaupt ist, erklärt Was ist ein KI-Agent?. Die allgemeine Einrichtung für Claude Code und Codex mit Beispiel-Anweisungsdatei steht in KI-Assistent einrichten ohne Code. Hier geht es nur um Claude Code und um die Frage, was du in den ersten 60 Minuten konkret tippst. Alle Beispiel-Prompts kannst du kopieren und an deine Situation anpassen.
Vorbereitung (vorher, rund 5 Minuten): Abo buchen und drei bis fünf Dateien heraussuchen, mit denen Claude gleich arbeiten soll. Die Minutenangaben sind ein Richtwert. Wenn du länger brauchst, ist das normal. Die Reihenfolge ist wichtiger als die Uhr.
Was ist Claude Code – in einem Satz?
Claude Code ist ein KI-Agent von Anthropic, der in einem Ordner auf deinem Rechner Dateien liest, anlegt und bearbeitet und eine Aufgabe dabei in mehreren Schritten selbst abarbeitet.
Gebaut wurde er fürs Programmieren. Er kann aber genauso mit Notizen, Angeboten, Newsletter-Entwürfen und allem anderen arbeiten, was in Textdateien steckt. Laut offizieller Dokumentation läuft Claude Code im Terminal, als Erweiterung für Code-Editoren wie VS Code, in der Claude-Desktop-App und im Browser (Stand: September 2026). Für die erste Stunde nimmst du die Desktop-App, weil du dort nichts außer der App installieren musst.
Minute 0–10: Wie bekommst du Zugang und startest Claude Code?
Du installierst die Claude-Desktop-App, öffnest darin den Tab „Code“ und wählst einen eigenen, leeren Ordner. Voraussetzung ist ein bezahltes Claude-Abo.
Das Abo. Claude Code ist in allen bezahlten Claude-Plänen enthalten, im kostenlosen Plan nicht. Claude Pro kostet 20 US-Dollar im Monat oder 17 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung (Stand: September 2026). Claude Code teilt sich die Nutzungsgrenzen mit deinem Abo. Wenn du nebenher viel im normalen Chat arbeitest, bleibt für Claude Code entsprechend weniger übrig.
Der Start in fünf Schritten:
- Leg in deinen Dokumenten einen leeren Ordner an, zum Beispiel „KI-Assistent“. In diesem Ordner arbeitet Claude Code. Außerhalb ändert es nichts, ohne zu fragen.
- Lade die Claude-Desktop-App unter claude.com/download herunter und melde dich mit deinem Claude-Konto an.
- Klick auf den Tab Code.
- Wähle als Umgebung Local und als Projektordner deinen neuen Ordner.
- Stell den Modus neben dem Senden-Knopf auf Manual.
Der fünfte Schritt ist der wichtigste. Im Modus Manual fragt Claude, bevor es Dateien ändert oder Befehle ausführt, und zeigt dir jede Änderung vorher. Je nach Plan und Version steht der Modus beim Start schon auf Auto. Dann prüft ein zweites Modell im Hintergrund die Aktionen statt du selbst (Stand: September 2026). Das ist für später. In der ersten Woche willst du sehen, was passiert. Die Desktop-App merkt sich den gewählten Modus pro Ordner.
Dann der Funktionstest:
Sag mir in zwei Sätzen, in
welchem Ordner du arbeitest
und was du darin siehst.
Antwortet Claude mit dem Namen deines Ordners, läuft alles.
Eine Gewohnheit gehört ab jetzt dazu: Leg vor jeder Sitzung eine Kopie des Ordners an (im Finder: Rechtsklick → Duplizieren, unter Windows: kopieren und einfügen). In der Desktop-App gibt es keine Rückspul-Funktion für Claudes Änderungen, die Kopie ist dein Sicherheitsnetz.
Minute 10–20: Wie richtest du deinen Projektordner und die CLAUDE.md ein?
Du lässt Claude Code die Unterordner anlegen und dich danach interviewen, damit aus deinen Antworten die CLAUDE.md entsteht, die Claude zu Beginn jeder Sitzung liest.
Zuerst die Ordner:
Leg in diesem Ordner vier
Unterordner an: 01_eingang,
02_projekte, 03_content und
04_wissen. Sonst nichts.
Jetzt siehst du zum ersten Mal eine Rückfrage: Claude beschreibt, was es tun will, und wartet auf dein Okay. Lies kurz mit und bestätige. Genau so läuft das in der ersten Woche bei jeder Änderung.
Danach die Anweisungsdatei:
Stell mir nacheinander acht
Fragen zu mir, meinem Angebot,
meinen Kunden und meinem
Schreibstil. Immer nur eine
Frage auf einmal. Schreib aus
meinen Antworten eine
CLAUDE.md mit höchstens
40 Zeilen. Zeig sie mir, bevor
du sie speicherst.
Antworte so konkret wie möglich. „Alle, die sich für mein Thema interessieren“ hilft Claude nicht weiter. „Selbstständige Fotografinnen mit ersten Kunden, aber ohne System für Sichtbarkeit“ schon. Laut Anthropic sollte die Datei unter 200 Zeilen bleiben, denn je länger sie wird, desto weniger zuverlässig hält sich Claude daran (Stand: September 2026). Deine erste Fassung ist deutlich kürzer. Wie eine fertige Datei aussehen kann, zeigt die Anleitung zum Einrichten ohne Code.
Den Befehl /init aus der Doku brauchst du hier nicht: Er baut die CLAUDE.md aus vorhandenem Code und ist für Software-Projekte gedacht.
Zum Schluss kommen die Dateien aus deiner Vorbereitung in 01_eingang, zum Beispiel deine Angebotsbeschreibung, Notizen zu einem Thema und ein Text von dir, dessen Ton dir gefällt. Am besten als Textdatei (.txt, .md) oder PDF. Word- und Pages-Dateien speicherst du vorher als PDF oder reinen Text.
Minute 20–40: Welche drei Aufgaben solltest du Claude Code zuerst geben?
Gib Claude Code drei kleine Aufgaben, die aufeinander aufbauen: erst lesen und zusammenfassen, dann einen Entwurf schreiben, dann den Entwurf nach deiner Korrektur verbessern und die Korrektur als Regel festhalten.
Aufgabe 1: Lesen, nichts verändern.
Lies alle Dateien in
01_eingang. Fass jede in
höchstens drei Stichpunkten
zusammen und schlag vor, in
welchen Ordner sie gehört.
Verschieb noch nichts.
Claude öffnet die Dateien selbst, du musst nichts hineinkopieren. Willst du gezielt auf eine Datei zeigen, tippst du @ und den Dateinamen, zum Beispiel @01_eingang/angebot.md.
Aufgabe 2: Einen Entwurf erstellen.
Schreib aus meinen Notizen in
01_eingang einen Entwurf für
einen Newsletter mit rund 300
Wörtern. Halte dich an
meinen Stil aus der
CLAUDE.md. Speichere ihn als
newsletter-entwurf.md in
03_content. Nichts
veröffentlichen, nichts
verschicken.
Der Auftrag enthält Ziel, Kontext, Grenzen und einen Qualitätsmaßstab (deinen Stil). Die Prüfung übernimmst du gleich selbst. Bevor die Datei gespeichert wird, zeigt dir Claude im Modus Manual die Änderung. Du bestätigst oder lehnst ab.
Aufgabe 3: Korrigieren und daraus eine Regel machen.
Lies den Entwurf. Irgendetwas wird dir nicht gefallen, und das ist der eigentliche Lernmoment. Korrigier im Chat, statt neu anzufangen:
Der Einstieg ist zu förmlich.
Schreib den ersten Absatz
lockerer, so wie ich rede.
Wenn die Korrektur sitzt, machst du sie dauerhaft:
Trag in die CLAUDE.md eine
Regel ein, damit du künftig
von Anfang an so schreibst.
Nenn die CLAUDE.md dabei ausdrücklich. Sagst du nur „Merk dir das“, landet die Notiz laut Doku in Claudes automatischem Gedächtnis außerhalb deines Ordners (Stand: September 2026). Deine Regeln gehören in die Datei, die du selbst siehst und pflegst.
Und wenn ein Ergebnis komplett danebenliegt? Im Modus Manual lehnst du die Änderung einfach ab. Im Terminal und in VS Code lassen sich Claudes Dateiänderungen zusätzlich über Checkpoints zurückspulen (im Terminal mit /rewind), laut Doku aber nur Änderungen, die Claude mit seinen Bearbeitungswerkzeugen macht, nicht was per Befehl gelöscht oder verschoben wurde (Stand: September 2026). In der Desktop-App bleibt dir deine Kopie.
Minute 40–60: Wie baust du deinen ersten Skill?
Du baust deinen ersten Skill aus der Aufgabe, die du gerade erledigt hast: Claude Code schreibt den Ablauf in eine Datei namens SKILL.md, und ab dann startest du ihn mit einem Befehl wie /newsletter-entwurf.
Ein Skill ist eine gespeicherte Arbeitsanweisung für einen wiederkehrenden Ablauf. Die CLAUDE.md lädt in jeder Sitzung und enthält, was immer gilt. Ein Skill lädt nur, wenn du ihn aufrufst oder wenn deine Anfrage zu seiner Beschreibung passt. Dein erster Skill entsteht deshalb aus echter Arbeit, die du gerade einmal von Hand durchgespielt hast.
Mach aus dem, was wir eben
für den Newsletter gemacht
haben, einen Skill namens
newsletter-entwurf. Leg ihn
unter .claude/skills an und
nimm meine Korrekturen als
Regeln mit auf. Zeig mir die
SKILL.md, bevor du speicherst.
Claude legt den Ordner .claude/skills/newsletter-entwurf/ mit der Datei SKILL.md an. Oben stehen ein Name und eine Beschreibung, darunter die Schritte. Achte besonders auf die Beschreibung: Claude nutzt sie laut Doku, um zu entscheiden, wann der Skill passt (Stand: September 2026).
Tipp im Eingabefeld einen Schrägstrich, dann siehst du deinen Skill in der Liste. Fehlt er, liegt das daran, dass es den Ordner .claude/skills beim Start der Sitzung noch nicht gab: Tipp einmal /reload-skills oder starte eine neue Sitzung im selben Ordner (Stand: September 2026). Der Test mit neuem Material (den Dateinamen ersetzt du durch eine deiner Dateien):
/newsletter-entwurf
Nimm diesmal nur die Datei
@01_eingang/notizen.md.
Vergleich das Ergebnis mit deinem ersten Entwurf. Was noch nicht passt, schreibst du direkt in den Skill. Arbeitest du noch in derselben Sitzung, tippst du danach wieder /reload-skills, damit Claude die neue Fassung lädt:
Ergänze in der SKILL.md:
Der Betreff hat höchstens
sechs Wörter.
So wird der Skill mit jedem Durchlauf genauer. Nach 60 Minuten hast du einen Arbeitsordner, eine CLAUDE.md mit deinen ersten Regeln, drei erledigte Aufgaben und einen Skill, den du nächste Woche wieder benutzen kannst.
Was solltest du in der ersten Woche noch lassen?
In der ersten Woche lässt du alles weg, was Claude Code mehr Rechte oder mehr Reichweite gibt, und wirst erst mit einem Ordner, einer Anweisungsdatei und einem Skill sicher.
- Die Modi Auto und Bypass permissions. Bleib bei Manual, bis du weißt, wie Claude arbeitet. Danach ist Accept edits ein guter Zwischenschritt: Dateiänderungen und einfache Dateibefehle wie Anlegen, Kopieren, Verschieben und auch Löschen laufen in deinem Ordner ohne Rückfrage. Für andere Befehle fragt Claude weiter nach. Spätestens hier brauchst du deine Kopie. Bypass permissions ist laut Doku nur für abgeschottete Umgebungen gedacht, nicht für deinen Arbeitsrechner (Stand: September 2026).
- Konnektoren zu externen Diensten. Über Konnektoren (MCP) kann Claude Code auf Dienste wie Slack, GitHub oder andere Tools zugreifen. Das ist nützlich, aber jede Verbindung gibt dem Agenten Zugriff auf Daten außerhalb deines Ordners. Prüf vorher, wer der Anbieter ist, welche Rechte der Agent bekommt und wie du die Verbindung wieder trennst.
- Plugins aus unbekannten Quellen. Plugins bringen Skills, Werkzeuge und Verbindungen gleich im Paket mit. Installier nur, was du verstehst.
- Geplante Aufgaben. Die Desktop-App kann Aufgaben nach Zeitplan starten. Automatisieren lohnt sich aber erst, wenn ein Ablauf als Skill ein paar Mal sauber gelaufen ist und du jedes Ergebnis kennst.
Die allgemeinen Anfängerfehler, vom falschen Ordner bis zu Zugangsdaten in der Anweisungsdatei, stehen im Abschnitt „Welche Anfängerfehler solltest du vermeiden?“ in KI-Assistent einrichten ohne Code. Was du dagegen ab Tag 1 machst: vor jeder Sitzung eine Kopie des Ordners anlegen, jedes Ergebnis selbst prüfen und Korrekturen als Regeln festhalten.
Wie geht es nach der ersten Stunde weiter?
Nach der ersten Stunde zählt Wiederholung: jeden Tag eine echte Aufgabe an Claude Code geben, das Ergebnis prüfen und Korrekturen in die CLAUDE.md oder in den Skill übertragen.
Für größere Aufgaben lohnt sich der Modus Plan: Claude liest sich ein und legt dir zuerst einen Plan vor, ohne etwas zu ändern. Anthropic empfiehlt, komplexe Aufgaben so zu beginnen und nach der Freigabe des Plans auf Manual oder Accept edits zu wechseln (Stand: September 2026). Für ein neues Thema startest du eine neue Sitzung. Was dauerhaft gelten soll, steht ja schon in deinen Dateien.
Ich arbeite selbst so: Ich programmiere nicht, beschreibe in Claude Code, was entstehen soll, und prüfe das Ergebnis. So baue ich Websites und Apps in VS Code – mit genau diesem Kreislauf aus Auftrag, Prüfung und Regel.
Die Einrichtung mit Beispieldatei, auch für Codex, findest du in KI-Assistent einrichten ohne Code. Ob Claude Code oder Codex besser zu dir passt, klärt der Vergleich Claude Code, Codex und ChatGPT.
Der Setup-Ordner im TASK AI OS Bundle bringt die Ordner, eine fertige Anweisungsdatei und 11 Skills schon mit, dazu 5 Kurse und einen 33-seitigen Einstieg-Guide. Voraussetzung ist ein bezahltes Abo für rund 20 € im Monat.